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Emotionen im Human Design

Aktualisiert: 12. Okt. 2023

Heute will ich wieder einen Blogbeitrag dem Thema Emotionen widmen, es diesmal aber ganz mit der Human Design Brille betrachten.


In deinem Human Design Chart, deiner sogenannten Körpergraphik, findest du 9 Energie-Zentren, die entweder farbig (definiert) oder weiss (undefiniert oder offen) sind.


In deinen definierte Energie-Zentren hast du eine ganz bestimmte Art und Weise, wie du deine Fähigkeiten ausdrückst (die farbigen Linien zwischen den Zentren). Du sendest hier Energie, die vor allen von Menschen wahrgenommen wird, die dieses Zentrum undefiniert haben.


In deinen undefinierten oder offenen Zentren nimmst du Energie von aussen auf. Du bist hier sehr wahrnehmend, jedoch auch sehr beeinflussbar. Du wirst hier von deiner Umwelt stark konditioniert.


Ein undefiniertes Zentrum hat eines oder mehrere "hängende Tore", das heisst Fähigkeiten, die in dir schlummern und aktiviert werden, wenn jemand mit definiertem Zentrum oder Kanal (farbige Linie zwischen den Zentren) in deiner Nähe ist. Du kannst auch von planetarischen Transiten aktiviert werden.


Ein offenes Zentrum hat keinerlei hängende Tore und ist deshalb komplett beeinflussbar von der Energie von aussen.


Emotionen im Human Design bei Menschen mit undefiniertem Emotionszentrum.


Ein komplett offenes Emotionszentrum im Human Design ist wie ein leeres Gefäss, dass maximal mit fremden Emotionen aufgefüllt werden kann.
Offenes Emotionszentrum

Ich selbst habe ein ganz offenes Emotionszentrum (ohne hängende Tore).


Damit bin ich höchst empfänglich für Emotionen anderer.


Diese Erkenntnis war für mich eine der grössten Erlösungen, als ich begann, mich mit meinem Design zu beschäftigen. Das erklärte so viel in meinem Leben. Warum ich mich von meinem Sohn so sehr triggern lasse, warum ich mich emotional in der ganzen Baby/Kleinkind-Zeit als Mutter total überfordert fühlte.


Vor allem bei Menschen, die mir nahe stehen, war es immer so, als würde ich ihre Emotionen 1:1 fühlen. Ich habe mich mein Leben lang dafür falsch gemacht, dass ich dieses intensive „Gefühle fühlen“ trotz so viel Arbeitserfahrung in der Psychiatrie nie in den Griff bekam, vor allem zuhause nicht.

Jetzt weiss ich, es war nicht nur "so", als würde ich Emotionen aufsaugen wie ein Schwamm. Es war so, schon mein Leben lang.


Ich kann gar nicht anders, als mich mit den Emotionen der anderen zu identifizieren, weil sie so intensiv auf mich einwirken.


Ich identifiziere mich automatisch mit der Emotion, weil der Verstand natürlich davon ausgeht, dass es meine ist, wenn ich sie doch selbst fühle. 😉.


Ich werde emotional seit Geburt sehr stark von aussen definiert. Meine gesamte Ursprungsfamilie hat eine emotionale Definition, ich bin die einzige von 5 Personen, die emotional offen ist. Komplett offen. Volle Dröhnung Emotionalität, die gar nicht meine ist, die ich deshalb versuche zu vermeiden oder verdrängen oder regulieren. 😅

Und als wäre das nicht genug, habe ich 2 emotional definierte Kinder geboren. 🙋🏻‍♀️


Als ich mein Design gelesen bekam, war das deshalb eines der grössten Aha-Momente und eine mega Erleichterung.


I C H B I N N I C H T F A L S C H !


Meine Überforderungsgefühle als Mutter waren nur die logische Folge der intensiven emotionalen Erfahrung.


Bezüglich Emotionen im Human Design ist es als emotional offener Mensch ganz normal, die Emotionen von anderen Menschen (doch immerhin 50% der Weltbevölkerung) aufzunehmen und nochmals um das Doppelte oder Dreifache zu potenzieren. Wenn dein Emotionszentrum undefiniert ist, ist deine Emotion grundsätzlich recht ausgeglichen und unaufgeregt.


Wenn du dann auf einen Menschen mit emotionaler Definition triffst, kann sich das anfühlen wie eine riesige Welle, die über dich zusammenbricht. Von 0 auf 100 in der Emotion.

Was passiert dann? Du willst die Emotion loswerden, bändigen, unter Kontrolle bringen, doch oft trägt sie dich einfach weg. Du weisst dann oft gar nicht, wie dir geschieht. Es tobt einfach. Und plötzlich, wenn du wieder alleine bist, wird es wieder schlagartig ruhig in dir.


Deshalb sind emotional undefinierte Menschen wohl auch oft nicht so nachtragend. Sie fühlen die Emotion einfach nicht mehr, wenn die Situation vorbei ist. Es war ja nicht ihre Emotion und sobald sie weg ist, ist nichts mehr da, woran emotional festgehalten werden muss.

Wie erleben Menschen mit definiertem Emotionszentrum ihre Emotionalität?


Emotionen kommen bei ihnen in Wellen und diese Wellen können auch schon mal ganz heftig sein. Ich stelle mir immer vor, es ist so wie in einem kleinen 1-Mann-Segelboot auf dem grossen Ozean. Wenn ein Sturm aufkommt, ist es am besten, sich einfach festzuhalten und zu versuchen, mit den Wellen mitzugehen. Steuern und Übersicht behalten ist dann zwecklos. Sobald der Sturm sich gelegt hat und die Wellen wieder ruhiger wogen, kann die Reise zielorientiert weitergehen.


So sollten sich auch Menschen mit definiertem Emotionszentrum verhalten. Mit der emotionalen Welle mitgehen und zusehen, nicht unterzugehen (und auch niemand anderen vom Boot zu reissen) und erst nach dem emotionalen Sturm wieder ein Ziel avisieren.


Nur leider haben sie das oft so nicht gelernt. Vielmehr wurde sie oft früh geprägt, Emotionen nicht zu fühlen und zu zeigen, sondern zu verdrängen oder ignorieren.


Prägungen in der Kindheit beeinflussen das Emotionserleben sowohl von Kindern wie auch von Erwachsenen stark.


Hast du eine emotionale Autorität (hast also ein definiertes Emotionszentrum)? Warst du als Kleinkind emotional gut versorgt? Konnten deine Eltern mit deiner Emotionalität umgehen?Waren sie selbst emotional stabil?

Auch hier macht es einen Unterschied, wie die Definition deiner Eltern ist. Emotional offene Eltern fühlen sich oft total überfordert von den Gefühlen der Kinder (siehe den oberen Teil, mein Beispiel).


Wenn sie dann selbst als Kinder emotional nicht gut versorgt wurden, wird es noch schwieriger. Emotionsregulationsstörungen sind dann oft die Folge.


Kinder mit definiertem Emotionszentrum brauchen deshalb Zeit, um sich zu entwickeln und die Emotionsregulation zu verfeinern.


Kleiner Einschub: Spannenderweise habe ich das meinem Sohn schon früh in Selbstdiagnose attestiert. Da waren wir emotional undefinierte Eltern (auch der Vater der Kinder hat ein undefiniertes Emotionszentrum) bestimmt massgeblich daran beteiligt. Unser Sohn hat aber schlauerweise zwei sehr committete Menschen zu seinen Eltern gewählt 😉 und uns allen damit ermöglicht, eine wunderbare gemeinsame Entwicklung zu vollziehen. Heute ist er, auch „in seinen Wellen“, emotional sehr gefestigt.



Definierte und offene Emotionszentren im Zusammenspiel


Menschen mit undefiniertem Emotionszentrum sind den Emotionen von emotional definierten Menschen ein stückweit ausgeliefert. Sie können zwar lernen, bewusst wahrzunehmen, was emotional gerade passiert und damit sinnvoll umzugehen, aber vermeiden können sie es nicht, (fremde) Emotionen zu fühlen.


Die emotionale Energie ist die stärkste Energie im Körper und hat deshalb einen grossen Einfluss auf Menschen, die diese Energie empfangen. Indem emotional definierte Menschen sich gut um ihre emotionale Gesundheit kümmern, können sie für sich und ihre Mitmenschen viel Stabilität bewirken. Der Weg zu emotionaler Stabilität ist das Kennenlernen der Gefühle, ohne sie zu vermeiden. Bewusste Wahrnehmung ihrer Gefühle und verantwortungsvoller Umgang damit, indem sie nicht verdrängt, sondern reguliert werden, ist dabei wichtig.



Die 3 Kanäle zwischen dem Wurzel- und Emotionszentrum

Wurzel- und Emotionszentrum Kanalverbindungen.
Die drei Kanäle zwischen dem Wurzel- und Emotionszentrum.

Die emotionale Intentität wird oft noch durch die Wurzelkraft verstärkt, immerhin gibt es ganze 3 Kanäle zwischen dem Wurzelzentrum und dem Emotionszentrum. Da kommt ganz schön viel Antriebskraft aus der Wurzel und ergiesst sich im Emotionszentrum:

19-49, das Talent der Einfühlung,

mit dem du hochempfindlich die Wünsche, Bedürfnisse und Emotionen von allen anderen Menschen spürst und den Antrieb verspürst, sie auch zu erfüllen.


39-55, das Talent der Durchsetzungskraft,

mit dem du durch Provokation anderen hilfst, ihre Gefühle wahrzunehmen oder sie zum Vorschein zu bringen. Du spürst den Antrieb, deine Gefühle mit Leidenschaft zu leben.


41-30, das Talent der Erkenntnis,

mit dem du den brennenden Wunsch in dir spürst, immer neue Gefühlserfahrungen zu machen. Dieser Antrieb sorgt für grosse Träume und Visionen, für die Welt eine bessere Zukunft zu gestalten.


Ganz schön viel emotional gefärbten Umsetzungsdruck also. 😅 Vielleicht kannst du dir vorstellen, was für eine Energie sich hier entladen kann, wenn diese beiden Zentren bei einem Menschen definiert sind und vielleicht sogar noch der eine oder andere dieser Kanäle zum Ausdruck kommen will. Das kann eine ganz schön unkontrollierbare Energie sein, die hier auf den Körper wirkt.


Nun, was lernen wir jetzt daraus?


Wenn du mit einem undefinierten Emotionszentrum gesegnet bist,

  • dann nimmst du viel Emotion von aussen auf, was dich sehr empathisch und mitfühlend macht, jedoch auch immer zu Konditionierung führt

  • Du darfst also sehr achtsam mit deinem emotionalen Raum umgehen und bewusst wahrnehmen, was „dir geschieht“

  • Längst nicht jede Emotion gehört zu dir und so musst du oft auch gar nichts mit der Emotion machen - ausser sie wahrnehmen

  • Schaffe dir immer wieder genügend Raum für dich, wo du dich alleine und ungestört mit deinem Körper verbinden kannst. Schütze dir davor, ständig den Emotionen anderer ausgesetzt zu sein

  • Frage dich bei starken und vor allem plötzlich auftretenden Gefühlen immer: "Ist das meine Emotion?"


Wenn du mit einem definierten Emotionszentrum durch die Welt gehst,


  • darfst du viel Bewusstsein für deine Emotionen schaffen, sie in der Tiefe kennenlernen, ohne sie zu bewerten, sie beobachten und üben, sie einfach nur wahrzunehmen, ohne daraus zu handeln

  • Du darfst lernen, welche Emotionsregulation dir entspricht, was dir hilft, die emotionale Welle zu durchsurfen, ohne Kollateralschäden zu verursachen

  • Lerne, die Emotion so zu kanalisieren, dass es ganz deiner Frequenz entspricht. Übe dich darin, wie es sich am besten anfühlt

  • Du darfst dir deiner Verantwortung für das emotionale Feld bewusst werden, das du automatisch prägst. Körperwahrnehmung beginnt bei dir in der emotionalen Erfahrung

  • Wo im Körper merkst du, dass es dir schlecht geht? Wie fühlst du dich dort? Bewerte nicht, was du fühlst, sondern lasse dich ganz auf die Körperwahrnehmung ein

  • Und vor allem: Entscheide erst, wenn du Klarheit in deiner Emotion verspürst



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